Die Geschichte des Wortes Gottes
1. Im ParadiesIm Paradies war das Wort Gottes direkt. Gott und der Mensch hatten eine gemeinsame Ebene, nämlich diesen Garten, und wenn Gott den Menschen etwas sagen wollte, hat er es ihnen gesagt. Das Paradies wird uns beschrieben, damit wir wissen, wie das Verhältnis zwischen Gott und Mensch eigentlich gedacht war und was folglich das Ziel ist, auf das wir (und Gott) hinarbeiten. |
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2. Von Kain bis zum TurmbauEs gab kein Wort Gottes. Zwar redete Gott ein paarmal mit Noah, und an Kain brachte Gott ein Zeichen an, aber ansonsten wurde von den Menschen nur erwartet, dass sie sich einigermaßen anständig benahmen. |
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3. Von Abraham bis Ende ÄgyptenGott suchte sich eine Familie aus, mit der er redete. Dieses Reden war abwechslungsreich und abenteuerlich. Es war mal situationsbezogen und erklärte ein andermal epochale Zusammenhänge. Gottes Reden war ausschließlich direkt. |
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4. Mose, Richter, ProphetenGott wählt einzelne Menschen aus der Nachkommenschaft Abrahams aus, und redet mit ihnen persönlich und direkt. Seit Mose existiert zwar auch das "Gesetz" als Wort Gottes, spielt aber de facto keine Rolle. |
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5. Zeit der KönigeAls es Könige in Israel gab, waren diese Könige auch die bevorzugten Ansprechpartner Gottes. Mit David konnte Gott direkt reden, weil David ihn mit ganzem Herzen liebte, mit den anderen Königen redete Gott durch Propheten. Mit diesen Propheten redete Gott aber direkt und persönlich. Im Normalfall war das Wort Gottes situationsabhängig. Gott reagierte auf etwas, was die Könige gerade gemacht hatten. Der Tempel, der eigentlich als Ort gedacht war, wo man Gott treffen und folglich auch mit ihm reden konnte, spielte faktisch eine weitaus geringere Rolle als evangelische Kirchengebäude heute. Die meiste Zeit war er schlicht außer Betrieb. Das Gesetz, also das schriftliche Wort Gottes, existierte zwar nach wie vor, spielte aber keine Rolle. Als der König Josia etwa im Jahr 620 v.Chr. den Tempel aufräumen ließ, wurde es zufällig wieder entdeckt.
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6. BabylonWeil
darum entdeckten die Gläubigen jetzt die Bibel. In Babylon entstand der Beruf des Schriftgelehrten. Das Judentum entwickelte sich zu einer reinen Buchreligion. Vorteile der Buchreligion:
Das Wort Gottes war jetzt nur noch indirekt und nicht mehr situationsbezogen. |
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7. JesusDa Jesus das Wort Gottes in Person war, war das Reden Gottes jetzt wieder direkt und ungefiltert. Jesus sprach oft situationsbezogen, aber gelegentlich auch über größere weltgeschichtliche Zusammenhänge. |
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8. Gemeinde im Neuen TestamentJesus lebt, also kann er auch reden. Der Heilige Geist, der früher nur für einzelne Menschen zur Verfügung stand, ist jetzt für alle Gläubigen verfügbar. Damit sind auch alle Gläubigen in der Lage, Gottes direktes Reden zu hören. Wir haben jetzt bessere Zustände als im Paradies, denn der Teufel ist jetzt aus dem Reich Gottes rausgeworfen, und wir dürfen vom Baum des Lebens essen. Das Neue Testament zeichnet den idealen Höhepunkt der Geschichte des Wortes Gottes. Soviel Wort Gottes war niemals vorher in der Weltgeschichte. |
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9. Gemeinde heuteTatsächlich haben wir in den meisten freikirchlichen Gemeinden heute wieder eine Buchreligion, sind also auf den Stand von vor Jesus zurückgefallen. Man liest und interpretiert ("legt aus"), aber so wie Gott mit Paulus, Petrus, Philippus, Hananias, Agabus, Kornelius und den Ältesten in Antiochien geredet hat, so kann Gott von den meisten heutigen Gläubigen nicht mehr gehört werden. Für den dogmatischen Hintergrund dazu fehlt hier der Platz. Sie finden ihn im Artikel "Buchreligion" beim Buchstaben "B" in diesem Lexikon. |
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