Philipper 2,18 – Witze über die Frauenfreizeit
Wenn man eine Weile dabei ist, erkennt man das eine oder andere Muster.
Wenn man viele Jahre die Programme von Frauenfreizeiten oder Rüstzeiten gelesen hat, dann konnte man erfolgreich Bingo spielen.
Denn es kamen immer nur softe Themen zur Sprache.
„Typisch weiblich“ halt.
Neben dem Dauerbrenner, wie man als Frau in der Gemeinde (und eigentlich auch in der Gesellschaft) in Unterordnung lebt und trotzdem nicht unbedeutend wird, waren es immer wieder die Themen Vergebung, Geduld, es allen recht machen, Frieden und - alle zwei Jahre wieder – die Freude.
Und weil man das Neue Testament durchaus als ein „Gesetz“ wie das Alte Testament verstand, gab es einen Befehl zur Freude. Und sich nicht zu freuen war Sünde.
Ja, ich weiß: Es gibt einige wunderbare Comics von Charlie Brown zu diesem Thema. Aber es ist anzunehmen, dass das Planungskomitee von Frauenfreizeiten diese nie zu Gesicht bekommen hat.
Der Befehl zur Freude
So haben wir hier in Philipper 2,18 einen Befehl zur Freude.
Naja, eigentlich ist es nur ein Aufruf.
Und wenn man den Zusammenhang lesen würde, dann würde man merken, dass es kein allgemeiner Befehl zu allgemeiner Freude ist.
Sondern es ist sehr situationsbezogen:
Die Philipper meinten, sie brauchten Paulus nicht. Früher, ja, da haben sie ihn vielleicht mal gebraucht.
Aber jetzt sind sie in ihrer Glaubensentwicklung so weit, dass sie niemanden mehr brauchen.
Noch nicht einmal Gott. Darum schreibt Paulus in Vers 13, dass sie nicht vergessen sollten, dass letztlich Gott es ist, der ihr Wollen und Umsetzen bewirkt.
Und der Paulus braucht vielleicht die Philipper. Darum haben sie ihm Geld geschickt. Aber die Philipper brauchen doch den Paulus nicht!
Nun hat Paulus genug Bescheidenheit, dass er sagt, er sei nur das Trankopfer, das über das Leistungsopfer der Philipper gegossen wird. Also nur ein ganz kleiner, wenig bedeutender Teil.
Aber Gemeindearbeit ist ein Mannschaftssport, und das Reich Gottes ist teamorientiert.
Das Reich Gottes ist auch grenzenlos. Das Reich des Satans übrigens ebenso. Was die Christen in Rom machen, kann Gott weltweit in Bewegung setzen. Oder den Teufel global verärgern.
Wenn also Paulus in Rom das Richtige macht und die Gemeinde in Philippi auch, muss der Satan an zwei Fronten kämpfen.
Darum sagt Paulus: Freut Euch, wenn ihr mich braucht!
Freut euch, wenn da ein paar Puzzleteile zusammenpassen!
Freut euch, wenn es sich ergänzt!
Denn dann funktioniert es.
Insofern ist Freude etwas, wozu man aufrufen kann.
Aber ansonsten brauchen Sie sich von den Halleluja-Schwestern nicht vorschreiben zu lassen, in welche Richtung Ihre Mundwinkel zu weisen haben.
Die Selbstständigen
Die Eigenbrötler.
Die keine anderen Christen brauchen.
Die ihren Glauben alleine leben können.
Solche gibt es mehr als genug.
Die Frage, ob die anderen Christen vielleicht sie brauchen, stellen sie sich gar nicht. Weil sie selbst ja Mittelpunkt der Welt sind.
Diese Leute, die über jede Gemeinde was zu meckern wissen, aber nirgendwo etwas beitragen, damit die Lage besser wird.
Aber Gott hat nicht Mose berufen, sondern ein ganzes Volk.
Und Jesus hat nicht nur 12 Apostel berufen, sondern … gehet hin in alle Welt.
Gott ist seinem Wesen nach vergleichsweise sozial und kommunikativ. Sicher, er könnte es auch alleine. Aber irgendwie läuft recht viel über das Team.
Freut Euch, sagt Paulus, dass das Reich Gottes eine Gemeinschaft ist und nicht nur eine Liste unabhängiger Individuen.
Klar, es sind ein paar ziemliche Trottel dabei.
Aber die Kraft des Glaubens ist völlig unabhängig davon, wie vertrottelt der Gläubige ist.
Freut Euch also, dass wir zusammen das Böse bekämpfen.
Freut euch, dass ihr nicht alleine dagegen halten müsst.
Und was in 1000 Kilometer Entfernung geleistet wird, könnte sich ausgerechnet bei uns als segensreich erweisen.