1.Korinther 10,25-31 – essen oder doch nicht oder vielleicht

Da können Sie nun also dieses Fleisch essen oder nicht oder je nachdem.

Erste Möglichkeit

Prinzipiell sagt Paulus, Sie können.

Selbst wenn da irgendwelche Dämonen in diesem Fleisch stecken, so ist der Christus immer stärker als jedwede Dämonen.

Und wenn Gott Eigentümer der ganzen Welt ist und Sie zu Gott gehören, dann steht den Dämonen kein Eigentumsrecht an gar nichts zu.

Sie beziehen das Fleisch letztlich von Gott, und damit dürfen Sie es essen.

Seit Jesus gestorben und auferstanden ist, haben die Dämonen jede Macht verloren.

Zweite Möglichkeit

Jemand weist Sie darauf hin, dass es sich um Götzenopferfleisch handelt, und dass Sie ein Sünder sind, wenn Sie es essen.

Dann dürfen Sie es immer noch essen. Denn Ihr Gewissen ist Ihre eigene Sache.

So wie Sie den Schwachen nicht zwingen dürfen, mit Ihnen in den Götzentempel zum Essen zu gehen, weil Sie ihm zeigen wollen, dass sein empfindliches Gewissen unchristlich ist (Kapitel 8), so darf auch der Schwache Sie nicht zwingen, auf das Fleisch zu verzichten, weil der Verzehr unchristlich ist.

Selbst wenn der Schwache Sie beschimpft („schmähen“ sagt Paulus in der Elberfelder Übersetzung), dass Sie in der Hölle braten werden und eine Schande sind für die Christenheit, dürfen Sie trotzdem essen. Es darf in der Gemeinde keine Diktatur der Ängstlichen und Vorsichtigen geben.

Dritte Möglichkeit

Sie sind bei einem Ungläubigen eingeladen, und der schwache Christ (oder der von der Tradition geprägte Judenchrist aus Jerusalem) ist ebenfalls eingeladen. Und dieser weist Sie nun vor allen Leuten darauf hin, dass das Götzenopferfleisch ist und dass Sie mit dessen Genuss den Satan in Ihr Leben einladen, und dass Sie sündigen und sich gegen Gott stellen.

Was Sie jetzt vermeiden müssen, ist Sünde.

Sie müssen an dieser Stelle dafür sorgen, dass der Teufel keinen Stich kriegt.

Vermeiden müssen Sie aber nicht Ihre eigene Sünde.

Verhindern müssen Sie nicht, dass der Teufel sich Ihrer bemächtigt.

Sondern Sie müssen die Sünde des Schwachen verhindern.

Dass der sich so aufregt, dass der Teufel dadurch irgendwas gewinnt.

Sei es, dass der Schwache ausrastet und Sie beleidigt.

Sei es, dass vor den anderen Gästen das Bild einer zänkischen, kleinlichen, gesetzlichen Religion entsteht und die Gäste darum nichts mit diesem Gott und seinem Erlöser zu tun haben wollen.

Das Kriterium an sich

Ob Sie essen oder Sex haben oder eine Rede halten oder einen Betrieb führen: Der Hauptpunkt Gottes ist, dass der Teufel absolut keinen Vorteil dadurch hat.

Solange, wie Sie das Böse nicht fördern, können Sie machen, was Sie wollen.

Gottes Ziel ist es, dass er möglichst viele Menschen aus der Macht des Bösen befreit, was gleichbedeutend damit ist, dass diese Menschen Jünger Jesu werden.

Und wenn Sie Gottes Freund oder Freundin sind, dann müssen Sie ebenfalls dieses Ziel verfolgen. Das ist die Konsequenz von „dein Wille geschehe“.

Wenn also Augustinus (oder wer auch immer) gesagt hat: „Liebe Gott, und dann mach, was du willst“, dann gibt das die Anweisung des Paulus ganz gut wieder.